Beichten - aber wie?

Beichten - aber wie?

(entnommen aus: Meditationsbild der Erzdiözese Freiburg zur Bußfeier im Paulusjahr - Advent 2008: "Licht und Klarheit" - Aus: Lambert, Willi, Warum, Was, Wie beichten" Leutersdorf 152002, S 23)

"In Erinnerung an die Wohltaten Gottes!"

Wie dies geschehen kann, zeigt die Art und Weise, wie Kardinal Carlo Maria Martini, der Erzbischof von Mailand zu beichten pflegt. In einem seiner Bücher schreibt er, bei seinen Beichten mache er drei Schritte:

Danksagung

Zunächst beginne er mit einer Danksagung für Situationen, in denen er die liebevolle Hand Gottes gespürt habe. Ich danke ihm, schreibt er, "dass ich mit jener Person zusammen kommen konnte, die ich seit längerer Zeit gemieden hatte; 

dass ich  dieses mein eigenes Problem oder das eines anderen, das mich bedrückte, anpacken konnte; dass ich ein Gebetsproblem, mit dem ich mich herumschlug und das ich nicht lösen konnte, verstanden habe".

vor Gottes Angesicht

In einem zweiten Schritt bekenne er, was er lieber nicht in seinem Leben gehabt hätte; was er bereut, was ihm mißlungen ist: eine Rücksichtslosigkeit, die Abneigung gegen einen Menschen, das Verspüren einer inneren Gier, Handeln aus eigener Bequemlichkeit usw. Er sage dann etwa: "Siehe, Herr, das bin ich, das ist das Material, über das du verfügst, das sind die Bausteine deiner Kirche; sie sind schmutzig , schlecht geschliffen, eckig, stumpf. Ich wollte, es wären andere, aber, Herr, ich bringe sie vor dein Angesicht, denn ich weiß, dass du barmherzig bist."

Vertrauen auf die heilende Kraft Gottes

In einem dritten Schritt versuche er, sein Vertrauen auf die heiligende Kraft Gottes auszudrücken; sein Vertrauen auf Gottes Geduld, die ermutigt, immer neu anzufangen; sein Vertrauen auf die Inspiration durch den Heiligen Geist, die ihm im konkreten Alltag hilft, immer mehr auf Gottes Liebe hin zu leben.

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